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		<title><![CDATA[claws & fangs - Höhle und weiße Zone]]></title>
		<link>https://claws.test.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[claws & fangs - https://claws.test.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2026 15:52:38 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[everything we see is a perspective, not the truth]]></title>
			<link>https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=598</link>
			<pubDate>Wed, 28 Oct 2026 09:20:11 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.test.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=1">Neiva Basheer</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=598</guid>
			<description><![CDATA[Das schwarze Tanktop war schlicht, bequem und erfüllte seinen Zweck, weshalb Neiva keinen Grund sah, sich nach etwas anderem umzusehen. Anders verhielt es sich mit dem leichten Cardigan, den sie aus der Kleidersammlung des Rudels erhalten hatte und der nun über ihre Schultern glitt, während sie einen prüfenden Blick in den Spiegel warf. Der weiche Stoff war ungewohnt, vor allem in Kombination mit ihrer übrigen Kleidung, doch genau das war wohl die Absicht dahinter gewesen. Man hatte ihr etwas geben wollen, das nicht ausschließlich nach Kampfeinsatz, militärischer Zweckmäßigkeit oder der ständigen Bereitschaft aussah, innerhalb weniger Sekunden auf eine Bedrohung reagieren zu müssen. Eine durchaus freundliche Geste, auch wenn Neiva sich noch immer daran gewöhnte, dass jemand solche Überlegungen für sie anstellte.<br />
<br />
Bei ihrer Hose hatte sie hingegen keine Kompromisse gemacht. Der robuste Stoff, die Bewegungsfreiheit und die vertrauten Taschen waren ihr wesentlich lieber als irgendein Kleidungsstück, dessen einziger Zweck darin bestand, gut auszusehen. Auch die hohen Stiefel gehörten für sie selbstverständlich dazu, schützten sie doch die Knöchel und einen Teil ihrer Schienbeine, ohne ihre Beweglichkeit einzuschränken. Selbst wenn sie heute nicht im Dienst war und lediglich eine Führung durch das Revier vor sich hatte, bestand für sie kein Anlass, ihre Gewohnheiten vollständig abzulegen. Nicht, wenn diese ihr über so viele Jahre hinweg gute Dienste geleistet hatten.<br />
<br />
Mit geübten Bewegungen fasste sie ihr dunkles Haar zusammen und band es zu einem hohen Pferdeschwanz, wobei die violetten Spitzen zwischen den dunkleren Strähnen hervorschimmerten. Einige kürzere Haare lösten sich beinahe augenblicklich wieder und fielen ihr ins Gesicht, doch anstatt sie mit beinahe verbissener Gründlichkeit zurückzustreichen, ließ sie diese gewähren. Früher hätte sie sich vermutlich nicht damit zufriedengegeben, schließlich war jedes lose Haar im falschen Moment eine potenzielle Ablenkung gewesen. Inzwischen hatte sie jedoch festgestellt, dass nicht jede Kleinigkeit bis zur Perfektion kontrolliert werden musste. Zumindest nicht, wenn sie sich lediglich für ein Treffen mit einer Rudelgefährtin fertigmachte.<br />
<br />
Vielleicht war es gerade diese Erkenntnis, die ihr noch immer ein wenig fremd vorkam.<br />
<br />
Dass sie überhaupt die Möglichkeit hatte, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie aussehen wollte, anstatt ausschließlich danach zu entscheiden, was eine bestimmte Situation von ihr verlangte, war eine Veränderung, deren Bedeutung weit über die Wahl ihrer Kleidung hinausging. Über Monate hinweg hatten die Wände einer Hütte ihren Bewegungsradius bestimmt, während andere darüber entschieden hatten, wohin sie gehen durfte und wer sie dabei im Auge behielt. Ihre Tage waren von Regeln, Sicherheitsvorkehrungen und einer Überwachung geprägt gewesen, deren Notwendigkeit sie durchaus nachvollziehen konnte, ohne deshalb Gefallen daran gefunden zu haben. Nun war sie offiziell Teil von CrescentProwler, hatte ihren Platz als Soldatin im mittleren Rang erhalten und durfte sich innerhalb der Grenzen ihres neuen Zuhauses frei bewegen.<br />
<br />
Ein Umstand, der für andere Rudelmitglieder vermutlich so selbstverständlich war, dass sie kaum einen Gedanken daran verschwendeten.<br />
<br />
Für Neiva hingegen bedeutete er, dass sie zum ersten Mal seit Monaten selbst entscheiden konnte, wann sie eine Tür hinter sich schloss und wohin ihre nächsten Schritte sie führten. Dass sie nicht länger auf die Erlaubnis eines anderen warten musste, wenn sie das Bedürfnis verspürte, sich die Beine zu vertreten oder einfach nur den Wald zu genießen. Natürlich gab es weiterhin Regeln, Zuständigkeiten und Bereiche, deren Zugang gewissen Einschränkungen unterlag, doch das war etwas vollkommen anderes, als unter ständiger Bewachung auf engstem Raum festzusitzen.<br />
<br />
Sie würde sich erst noch daran gewöhnen müssen, diese Freiheit nicht ausschließlich als vorübergehendes Privileg zu betrachten.<br />
<br />
Ihr Blick glitt erneut über ihr Spiegelbild, ehe sie nach der Wimperntusche griff und mit ruhiger Hand begann, ihre Wimpern zu betonen. Ein wenig Farbe auf den Lippen folgte, dezent genug, um nicht aufdringlich zu wirken, aber durchaus sichtbar. Es war eine kleine Routine geworden, der sie inzwischen beinahe selbstverständlich nachging, obwohl sie zuvor niemals Wert auf solche Dinge gelegt hatte. <br />
<br />
Ihre Narben ließ sie dabei bewusst unangetastet.<br />
<br />
Die unregelmäßigen Spuren, die sich über Teile ihres Gesichts zogen, gehörten inzwischen ebenso zu ihr wie ihre karamellgoldenen Augen oder das dunkle Haar. Sie waren weder schön noch angenehm anzusehen, doch Neiva empfand nicht das Bedürfnis, sie unter einer Schicht Make-up verschwinden zu lassen. Sie waren Teil ihrer neuen Identität und darüber hinaus erfüllten sie, genau wie das MakeUp, einen durchaus praktischen Zweck, den sie keineswegs unterschätzte. Ihr verändertes Erscheinungsbild erschwerte es Teleportern, sie anhand älterer Aufnahmen wiederzuerkennen und aufzuspüren. Eine zusätzliche Sicherheit, auf die sie nicht freiwillig verzichten würde, nur um einem makellosen Schönheitsideal näherzukommen.<br />
<br />
Nachdem sie die Wimperntusche zurückgelegt hatte, betrachtete sie sich noch einmal im Spiegel, ehe sie das Badezimmer verließ.<br />
<br />
In der kleinen Küche bereitete sie sich anschließend ihre Trinknahrung zu, wobei die einzelnen Handgriffe einer längst eingeübten Reihenfolge folgten. Sie achtete auf die richtige Menge, vermischte alles sorgfältig und nahm schließlich den ersten Schluck, ohne dabei das geringste Hungergefühl zu verspüren. Ihr Körper verlangte nicht danach, doch das änderte nichts an der Notwendigkeit, ihn ausreichend zu versorgen. Gerade als Soldatin wusste sie nur zu gut, dass Leistungsfähigkeit nicht allein von Willenskraft abhing und es wenig Sinn ergab, die eigenen körperlichen Bedürfnisse so lange zu ignorieren, bis sie sich mit unangenehmer Deutlichkeit bemerkbar machten.<br />
<br />
Also trank sie, gleichmäßig und ohne besondere Eile, bis das Gefäß vollständig geleert war.<br />
<br />
Es hatte wenig mit Genuss zu tun, vor allem weil sie vor zwei Tagen die Dose mit Schokoladengeschmach aufgebraucht hatte, und noch weniger mit einem gemütlichen Frühstück, doch darum ging es ihr auch nicht. Sie erfüllte eine Notwendigkeit, die mittlerweile ebenso zu ihrem Alltag gehörte wie das Anziehen ihrer Stiefel oder die Kontrolle ihrer Ausrüstung. Anschließend spülte sie das benutzte Gefäß gründlich aus, räumte sämtliche Utensilien an ihren Platz zurück und vergewisserte sich, dass sie nichts hatte stehen lassen, ehe sie sich auf den Weg machte.<br />
<br />
Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigte ihr, dass sie ausreichend Zeit hatte.<br />
<br />
Elizabeth würde ihr heute einige der wichtigsten Bereiche des Reviers zeigen, darunter auch die Höhle, deren Aufbau und Bedeutung Neiva bislang nur in Ansätzen kannte. Zwar hatte sie während ihrer Zeit unter Bewachung bereits verschiedene Informationen über CrescentProwler erhalten, doch zwischen einer theoretischen Erklärung und der Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten zu machen, lag ein erheblicher Unterschied. Sie wollte wissen, wie die einzelnen Bereiche miteinander verbunden waren, welche Wege im Ernstfall zur Verfügung standen und wo sich die wichtigsten Anlaufstellen befanden. Nicht zuletzt wollte sie verstehen, wie das Rudel seinen Alltag organisierte und welche Strukturen hinter jener Gemeinschaft standen, zu der sie nun offiziell gehörte.<br />
<br />
Dass ausgerechnet Elizabeth sie dabei begleiten würde, kam ihr entgegen. Die beiden Frauen waren sich bereits während ihrer Mission begegnet, weshalb Neiva zumindest nicht vollkommen unvorbereitet auf eine Fremde treffen würde. Wie gut sie einander tatsächlich kennenlernen würden, blieb abzuwarten, doch sie hatte keinen Grund, dem bevorstehenden Treffen mit Misstrauen zu begegnen.<br />
<br />
Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie alles bei sich trug, konzentrierte sie sich auf den vereinbarten Treffpunkt und teleportierte.<br />
<br />
Der Ortswechsel dauerte lediglich einen Augenblick, ehe sie wieder festen Boden unter ihren Stiefeln spürte und sich mit einem aufmerksamen Blick orientierte. Beinahe automatisch registrierte sie ihre unmittelbare Umgebung, ließ ihre Sinne über das Gelände schweifen und prägte sich ein, was sie erkennen konnte. Eine alte Gewohnheit, die sie weder ablegen konnte noch wollte, auch wenn sie diesmal nicht nach potenziellen Gefahren Ausschau hielt, sondern nach den ersten Einzelheiten eines Ortes, den sie künftig ihr Zuhause nennen durfte.<br />
<br />
Da Elizabeth noch nicht eingetroffen war, blieb Neiva in der Nähe des vereinbarten Treffpunkts stehen und ließ sich Zeit, ihre Umgebung auf sich wirken zu lassen. Sie hatte keinen Grund zur Eile und niemanden, der sie aufforderte, an einen bestimmten Ort zurückzukehren.<br />
<br />
Ein kleines, beinahe unscheinbares Detail, über das sie sich vor einigen Monaten vermutlich keine Gedanken gemacht hätte.<br />
Heute hingegen wusste sie es durchaus zu schätzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das schwarze Tanktop war schlicht, bequem und erfüllte seinen Zweck, weshalb Neiva keinen Grund sah, sich nach etwas anderem umzusehen. Anders verhielt es sich mit dem leichten Cardigan, den sie aus der Kleidersammlung des Rudels erhalten hatte und der nun über ihre Schultern glitt, während sie einen prüfenden Blick in den Spiegel warf. Der weiche Stoff war ungewohnt, vor allem in Kombination mit ihrer übrigen Kleidung, doch genau das war wohl die Absicht dahinter gewesen. Man hatte ihr etwas geben wollen, das nicht ausschließlich nach Kampfeinsatz, militärischer Zweckmäßigkeit oder der ständigen Bereitschaft aussah, innerhalb weniger Sekunden auf eine Bedrohung reagieren zu müssen. Eine durchaus freundliche Geste, auch wenn Neiva sich noch immer daran gewöhnte, dass jemand solche Überlegungen für sie anstellte.<br />
<br />
Bei ihrer Hose hatte sie hingegen keine Kompromisse gemacht. Der robuste Stoff, die Bewegungsfreiheit und die vertrauten Taschen waren ihr wesentlich lieber als irgendein Kleidungsstück, dessen einziger Zweck darin bestand, gut auszusehen. Auch die hohen Stiefel gehörten für sie selbstverständlich dazu, schützten sie doch die Knöchel und einen Teil ihrer Schienbeine, ohne ihre Beweglichkeit einzuschränken. Selbst wenn sie heute nicht im Dienst war und lediglich eine Führung durch das Revier vor sich hatte, bestand für sie kein Anlass, ihre Gewohnheiten vollständig abzulegen. Nicht, wenn diese ihr über so viele Jahre hinweg gute Dienste geleistet hatten.<br />
<br />
Mit geübten Bewegungen fasste sie ihr dunkles Haar zusammen und band es zu einem hohen Pferdeschwanz, wobei die violetten Spitzen zwischen den dunkleren Strähnen hervorschimmerten. Einige kürzere Haare lösten sich beinahe augenblicklich wieder und fielen ihr ins Gesicht, doch anstatt sie mit beinahe verbissener Gründlichkeit zurückzustreichen, ließ sie diese gewähren. Früher hätte sie sich vermutlich nicht damit zufriedengegeben, schließlich war jedes lose Haar im falschen Moment eine potenzielle Ablenkung gewesen. Inzwischen hatte sie jedoch festgestellt, dass nicht jede Kleinigkeit bis zur Perfektion kontrolliert werden musste. Zumindest nicht, wenn sie sich lediglich für ein Treffen mit einer Rudelgefährtin fertigmachte.<br />
<br />
Vielleicht war es gerade diese Erkenntnis, die ihr noch immer ein wenig fremd vorkam.<br />
<br />
Dass sie überhaupt die Möglichkeit hatte, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie aussehen wollte, anstatt ausschließlich danach zu entscheiden, was eine bestimmte Situation von ihr verlangte, war eine Veränderung, deren Bedeutung weit über die Wahl ihrer Kleidung hinausging. Über Monate hinweg hatten die Wände einer Hütte ihren Bewegungsradius bestimmt, während andere darüber entschieden hatten, wohin sie gehen durfte und wer sie dabei im Auge behielt. Ihre Tage waren von Regeln, Sicherheitsvorkehrungen und einer Überwachung geprägt gewesen, deren Notwendigkeit sie durchaus nachvollziehen konnte, ohne deshalb Gefallen daran gefunden zu haben. Nun war sie offiziell Teil von CrescentProwler, hatte ihren Platz als Soldatin im mittleren Rang erhalten und durfte sich innerhalb der Grenzen ihres neuen Zuhauses frei bewegen.<br />
<br />
Ein Umstand, der für andere Rudelmitglieder vermutlich so selbstverständlich war, dass sie kaum einen Gedanken daran verschwendeten.<br />
<br />
Für Neiva hingegen bedeutete er, dass sie zum ersten Mal seit Monaten selbst entscheiden konnte, wann sie eine Tür hinter sich schloss und wohin ihre nächsten Schritte sie führten. Dass sie nicht länger auf die Erlaubnis eines anderen warten musste, wenn sie das Bedürfnis verspürte, sich die Beine zu vertreten oder einfach nur den Wald zu genießen. Natürlich gab es weiterhin Regeln, Zuständigkeiten und Bereiche, deren Zugang gewissen Einschränkungen unterlag, doch das war etwas vollkommen anderes, als unter ständiger Bewachung auf engstem Raum festzusitzen.<br />
<br />
Sie würde sich erst noch daran gewöhnen müssen, diese Freiheit nicht ausschließlich als vorübergehendes Privileg zu betrachten.<br />
<br />
Ihr Blick glitt erneut über ihr Spiegelbild, ehe sie nach der Wimperntusche griff und mit ruhiger Hand begann, ihre Wimpern zu betonen. Ein wenig Farbe auf den Lippen folgte, dezent genug, um nicht aufdringlich zu wirken, aber durchaus sichtbar. Es war eine kleine Routine geworden, der sie inzwischen beinahe selbstverständlich nachging, obwohl sie zuvor niemals Wert auf solche Dinge gelegt hatte. <br />
<br />
Ihre Narben ließ sie dabei bewusst unangetastet.<br />
<br />
Die unregelmäßigen Spuren, die sich über Teile ihres Gesichts zogen, gehörten inzwischen ebenso zu ihr wie ihre karamellgoldenen Augen oder das dunkle Haar. Sie waren weder schön noch angenehm anzusehen, doch Neiva empfand nicht das Bedürfnis, sie unter einer Schicht Make-up verschwinden zu lassen. Sie waren Teil ihrer neuen Identität und darüber hinaus erfüllten sie, genau wie das MakeUp, einen durchaus praktischen Zweck, den sie keineswegs unterschätzte. Ihr verändertes Erscheinungsbild erschwerte es Teleportern, sie anhand älterer Aufnahmen wiederzuerkennen und aufzuspüren. Eine zusätzliche Sicherheit, auf die sie nicht freiwillig verzichten würde, nur um einem makellosen Schönheitsideal näherzukommen.<br />
<br />
Nachdem sie die Wimperntusche zurückgelegt hatte, betrachtete sie sich noch einmal im Spiegel, ehe sie das Badezimmer verließ.<br />
<br />
In der kleinen Küche bereitete sie sich anschließend ihre Trinknahrung zu, wobei die einzelnen Handgriffe einer längst eingeübten Reihenfolge folgten. Sie achtete auf die richtige Menge, vermischte alles sorgfältig und nahm schließlich den ersten Schluck, ohne dabei das geringste Hungergefühl zu verspüren. Ihr Körper verlangte nicht danach, doch das änderte nichts an der Notwendigkeit, ihn ausreichend zu versorgen. Gerade als Soldatin wusste sie nur zu gut, dass Leistungsfähigkeit nicht allein von Willenskraft abhing und es wenig Sinn ergab, die eigenen körperlichen Bedürfnisse so lange zu ignorieren, bis sie sich mit unangenehmer Deutlichkeit bemerkbar machten.<br />
<br />
Also trank sie, gleichmäßig und ohne besondere Eile, bis das Gefäß vollständig geleert war.<br />
<br />
Es hatte wenig mit Genuss zu tun, vor allem weil sie vor zwei Tagen die Dose mit Schokoladengeschmach aufgebraucht hatte, und noch weniger mit einem gemütlichen Frühstück, doch darum ging es ihr auch nicht. Sie erfüllte eine Notwendigkeit, die mittlerweile ebenso zu ihrem Alltag gehörte wie das Anziehen ihrer Stiefel oder die Kontrolle ihrer Ausrüstung. Anschließend spülte sie das benutzte Gefäß gründlich aus, räumte sämtliche Utensilien an ihren Platz zurück und vergewisserte sich, dass sie nichts hatte stehen lassen, ehe sie sich auf den Weg machte.<br />
<br />
Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigte ihr, dass sie ausreichend Zeit hatte.<br />
<br />
Elizabeth würde ihr heute einige der wichtigsten Bereiche des Reviers zeigen, darunter auch die Höhle, deren Aufbau und Bedeutung Neiva bislang nur in Ansätzen kannte. Zwar hatte sie während ihrer Zeit unter Bewachung bereits verschiedene Informationen über CrescentProwler erhalten, doch zwischen einer theoretischen Erklärung und der Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten zu machen, lag ein erheblicher Unterschied. Sie wollte wissen, wie die einzelnen Bereiche miteinander verbunden waren, welche Wege im Ernstfall zur Verfügung standen und wo sich die wichtigsten Anlaufstellen befanden. Nicht zuletzt wollte sie verstehen, wie das Rudel seinen Alltag organisierte und welche Strukturen hinter jener Gemeinschaft standen, zu der sie nun offiziell gehörte.<br />
<br />
Dass ausgerechnet Elizabeth sie dabei begleiten würde, kam ihr entgegen. Die beiden Frauen waren sich bereits während ihrer Mission begegnet, weshalb Neiva zumindest nicht vollkommen unvorbereitet auf eine Fremde treffen würde. Wie gut sie einander tatsächlich kennenlernen würden, blieb abzuwarten, doch sie hatte keinen Grund, dem bevorstehenden Treffen mit Misstrauen zu begegnen.<br />
<br />
Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie alles bei sich trug, konzentrierte sie sich auf den vereinbarten Treffpunkt und teleportierte.<br />
<br />
Der Ortswechsel dauerte lediglich einen Augenblick, ehe sie wieder festen Boden unter ihren Stiefeln spürte und sich mit einem aufmerksamen Blick orientierte. Beinahe automatisch registrierte sie ihre unmittelbare Umgebung, ließ ihre Sinne über das Gelände schweifen und prägte sich ein, was sie erkennen konnte. Eine alte Gewohnheit, die sie weder ablegen konnte noch wollte, auch wenn sie diesmal nicht nach potenziellen Gefahren Ausschau hielt, sondern nach den ersten Einzelheiten eines Ortes, den sie künftig ihr Zuhause nennen durfte.<br />
<br />
Da Elizabeth noch nicht eingetroffen war, blieb Neiva in der Nähe des vereinbarten Treffpunkts stehen und ließ sich Zeit, ihre Umgebung auf sich wirken zu lassen. Sie hatte keinen Grund zur Eile und niemanden, der sie aufforderte, an einen bestimmten Ort zurückzukehren.<br />
<br />
Ein kleines, beinahe unscheinbares Detail, über das sie sich vor einigen Monaten vermutlich keine Gedanken gemacht hätte.<br />
Heute hingegen wusste sie es durchaus zu schätzen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[spill the tea, pour the rum]]></title>
			<link>https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=594</link>
			<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 17:12:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.test.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=30">Ryan Vasquez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=594</guid>
			<description><![CDATA[Ein Gestaltwandlerrudel zu führen, bedeutete, Verantwortung zu tragen. Entscheidungen zu treffen, die vielleicht niemand anderes treffen wollte. Dort Stärke zu beweisen, wo andere ins Wanken gerieten. All diese Fähigkeiten waren wichtig – und gleichzeitig wertlos, wenn ein Alpha nicht bemerkte, was in seinem Rudel vor sich ging. Wenn jemand unter dem Radar verschwand. Wenn Probleme übersehen wurden. Wenn die Gesundheit des Rudels als rein physisches Konstrukt verstanden wurde.<br />
<br />
Mirah hatte es geschafft, ihre Augen und Ohren beinahe überall zu haben. Später war Roan würdig in ihre Fußstapfen getreten. Je länger Ryan inzwischen versuchte, diese Rolle auszufüllen, die seine Vorgänger vorgelebt hatten, desto bewusster wurde ihm, dass sie all das niemals allein hatten schaffen können. Bei fast zweihundert Rudelmitgliedern, von denen ein Teil in der ganzen Welt verstreut war, war es schlicht unmöglich, alles selbst im Blick zu behalten. Er musste darauf vertrauen, dass andere Dinge bemerkten, die ihm entgingen.<br />
<br />
Ganz gleich, wie es von außen wirken musste, kein Alpha – zumindest kein guter – führte sein Rudel allein. Ryan hatte weder die Absicht, es zu versuchen, noch war er so vermessen, sich das zuzutrauen. Er brauchte seinen Kreis von Offizieren und engen Vertrauten. Personen, deren Urteil er schätzte und denen er auch – oder ganz besonders dann – zuhörte, wenn ihre Meinung nicht mit seiner eigenen übereinstimmte. <br />
<br />
Carla war eine von ihnen.<br />
<br />
Nicht nur, weil den aufmerksamen Augen der Heilerin kaum ein Detail entging und sie Dinge bemerkte, für die manch anderer schlichtweg blind war. Ryan schätzte ihren Blick auf das Rudel, ihre Erfahrung und nicht zuletzt ihre Bereitschaft, ihm den Kopf zurecht zu rücken, wann immer er sich auf dem Holzweg befand. Gerade bei manchen Rudelmitgliedern war es wichtig, sich nicht nur auf die eigene Einschätzung zu verlassen. Was Ryan in ihnen sah, war schließlich nicht alles, war es über sie zu wissen gab. Zu einigen von ihnen wollte er sich heute Carlas Meinung einholen und das bevor anstehende Entscheidungen zur Dringlichkeit wurden.<br />
<br />
Das bedeutete aber nicht, dass er den Abend zu einer weiteren Besprechung machen wollte. Nicht jede Begegnung musste auf eine Aufgabe reduziert werden. Erst recht nicht, wenn sich dabei Gelegenheit ergab, Zeit mit der Heilerin des Rudels zu bringen. Pflicht und Vergnügen konnten man manchen glücklichen Tagen nah beinander liegen. Carla war nicht bloß eine geschätzte Stimme im Rudel, sondern jemand, deren Gesellschaft er gern suchte. <br />
<br />
Deshalb hatte Ryan die Verabredung bewusst außerhalb ihrer Arbeitsstätte angesetzt. Stattdessen hatte er dafür gesorgt, dass die Krankenstation durchgängig besetzt war und Carla nur in dringenden Notfällen kontaktiert wurde. Dass er sich dafür praktisch selbst eingeladen hatte, nahm er mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes hin, der immerhin wusste, wie man sich für eine solche Dreistigkeit erkenntlich zeigte. Unter seinem Arm klemmten eine Flasche <span class="glossed">Ron Zacapo Centenario</span><span class="gloss" title="Edler Rum mit Noten von Vanille, Honig, dunklen Früchten und Schokolade"><i class="fa-regular fa-asterisk"></i></span> und eine Schachtel Zartbitterpralinen. Beinahe hätte man denken können, er sei auf dem Weg zu einem Date. Zum Glück wusste Carla es besser, als solche Fehlschlüsse zu ziehen. – Im Gegensatz zu <!-- start: charactertagger_tag_link_plain -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=37" class="tag" title="Roman Alexejew" data-uid="37">manch anderen Rudelmitgliedern</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link_plain -->, die schon weniger für mehr gehalten hatten.<br />
<br />
Noch bevor Ryan an die Tür klopfte, schlugen ihm die süßen Noten von Heidelbeeren, Vanille und Zimt in die Nase. Ein Duft, die selbst gestandene Soldaten ihren Rang vergessen und in eine Zeit zurückversetzen lassen konnte, in der sie die Welt aus unschuldigen Kinderaugen sahen. Ryan musste lächeln. Vielleicht lag es an der vertrauten Witterung, vielleicht an der Vorfreude auf einen Abend, an dem nicht jede Minute der Lösung eines Problems gewidmet werden musste. Auch, wenn sie über wichtige Dinge sprechen wurde, bedeutete das nicht, dass sie den ganzen Abend damit ausfüllen mussten.<br />
<br />
Als die Tür sich vor ihm aufschob, wich das Lächeln einem breiten, jungenhaften Grinsen. Noch bevor sich ihm der Blick auf Carlas Gesicht vollständig preisgab, hielt er ihr Rum und Schokolade entgegen. <br />
<br />
<b>„Bestechung“</b>, behauptete er unverkennbar ironisch, nur um ihr zu versichern, dass genau das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> seine Intention hinter den Mitbringseln war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ein Gestaltwandlerrudel zu führen, bedeutete, Verantwortung zu tragen. Entscheidungen zu treffen, die vielleicht niemand anderes treffen wollte. Dort Stärke zu beweisen, wo andere ins Wanken gerieten. All diese Fähigkeiten waren wichtig – und gleichzeitig wertlos, wenn ein Alpha nicht bemerkte, was in seinem Rudel vor sich ging. Wenn jemand unter dem Radar verschwand. Wenn Probleme übersehen wurden. Wenn die Gesundheit des Rudels als rein physisches Konstrukt verstanden wurde.<br />
<br />
Mirah hatte es geschafft, ihre Augen und Ohren beinahe überall zu haben. Später war Roan würdig in ihre Fußstapfen getreten. Je länger Ryan inzwischen versuchte, diese Rolle auszufüllen, die seine Vorgänger vorgelebt hatten, desto bewusster wurde ihm, dass sie all das niemals allein hatten schaffen können. Bei fast zweihundert Rudelmitgliedern, von denen ein Teil in der ganzen Welt verstreut war, war es schlicht unmöglich, alles selbst im Blick zu behalten. Er musste darauf vertrauen, dass andere Dinge bemerkten, die ihm entgingen.<br />
<br />
Ganz gleich, wie es von außen wirken musste, kein Alpha – zumindest kein guter – führte sein Rudel allein. Ryan hatte weder die Absicht, es zu versuchen, noch war er so vermessen, sich das zuzutrauen. Er brauchte seinen Kreis von Offizieren und engen Vertrauten. Personen, deren Urteil er schätzte und denen er auch – oder ganz besonders dann – zuhörte, wenn ihre Meinung nicht mit seiner eigenen übereinstimmte. <br />
<br />
Carla war eine von ihnen.<br />
<br />
Nicht nur, weil den aufmerksamen Augen der Heilerin kaum ein Detail entging und sie Dinge bemerkte, für die manch anderer schlichtweg blind war. Ryan schätzte ihren Blick auf das Rudel, ihre Erfahrung und nicht zuletzt ihre Bereitschaft, ihm den Kopf zurecht zu rücken, wann immer er sich auf dem Holzweg befand. Gerade bei manchen Rudelmitgliedern war es wichtig, sich nicht nur auf die eigene Einschätzung zu verlassen. Was Ryan in ihnen sah, war schließlich nicht alles, war es über sie zu wissen gab. Zu einigen von ihnen wollte er sich heute Carlas Meinung einholen und das bevor anstehende Entscheidungen zur Dringlichkeit wurden.<br />
<br />
Das bedeutete aber nicht, dass er den Abend zu einer weiteren Besprechung machen wollte. Nicht jede Begegnung musste auf eine Aufgabe reduziert werden. Erst recht nicht, wenn sich dabei Gelegenheit ergab, Zeit mit der Heilerin des Rudels zu bringen. Pflicht und Vergnügen konnten man manchen glücklichen Tagen nah beinander liegen. Carla war nicht bloß eine geschätzte Stimme im Rudel, sondern jemand, deren Gesellschaft er gern suchte. <br />
<br />
Deshalb hatte Ryan die Verabredung bewusst außerhalb ihrer Arbeitsstätte angesetzt. Stattdessen hatte er dafür gesorgt, dass die Krankenstation durchgängig besetzt war und Carla nur in dringenden Notfällen kontaktiert wurde. Dass er sich dafür praktisch selbst eingeladen hatte, nahm er mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes hin, der immerhin wusste, wie man sich für eine solche Dreistigkeit erkenntlich zeigte. Unter seinem Arm klemmten eine Flasche <span class="glossed">Ron Zacapo Centenario</span><span class="gloss" title="Edler Rum mit Noten von Vanille, Honig, dunklen Früchten und Schokolade"><i class="fa-regular fa-asterisk"></i></span> und eine Schachtel Zartbitterpralinen. Beinahe hätte man denken können, er sei auf dem Weg zu einem Date. Zum Glück wusste Carla es besser, als solche Fehlschlüsse zu ziehen. – Im Gegensatz zu <!-- start: charactertagger_tag_link_plain -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=37" class="tag" title="Roman Alexejew" data-uid="37">manch anderen Rudelmitgliedern</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link_plain -->, die schon weniger für mehr gehalten hatten.<br />
<br />
Noch bevor Ryan an die Tür klopfte, schlugen ihm die süßen Noten von Heidelbeeren, Vanille und Zimt in die Nase. Ein Duft, die selbst gestandene Soldaten ihren Rang vergessen und in eine Zeit zurückversetzen lassen konnte, in der sie die Welt aus unschuldigen Kinderaugen sahen. Ryan musste lächeln. Vielleicht lag es an der vertrauten Witterung, vielleicht an der Vorfreude auf einen Abend, an dem nicht jede Minute der Lösung eines Problems gewidmet werden musste. Auch, wenn sie über wichtige Dinge sprechen wurde, bedeutete das nicht, dass sie den ganzen Abend damit ausfüllen mussten.<br />
<br />
Als die Tür sich vor ihm aufschob, wich das Lächeln einem breiten, jungenhaften Grinsen. Noch bevor sich ihm der Blick auf Carlas Gesicht vollständig preisgab, hielt er ihr Rum und Schokolade entgegen. <br />
<br />
<b>„Bestechung“</b>, behauptete er unverkennbar ironisch, nur um ihr zu versichern, dass genau das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> seine Intention hinter den Mitbringseln war.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[when i’m hungry, nothing’s funny and everyone’s ugly]]></title>
			<link>https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=583</link>
			<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 18:40:48 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.test.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=44">Morgan Sullivan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=583</guid>
			<description><![CDATA[Die Pizzaschachtel, getoppt mit einer Box glasierter Donuts, zwei extraheißen Apfeltaschen und zwei Portionen Süßkartoffelfritten, balancierend und in der anderen Hand einen Sechserträger Bier tragend, ging Morgan mit einem breiten Grinsen durch die Hallen der Höhle und allein dieses perfide, leicht süffisante Grinsen reichte dem ein oder anderen bereits aus, um den Blickkontakt mit ihm zu vermeiden oder auf den Fersen Kehrt zu machen und sich schnellstmöglich in die entgegengesetzte Richtung zu verpissen. Selbst, wenn sie gerade erst aus dieser gekommen waren. <br />
<br />
Frech, wenn man ihn fragte, denn er war nicht nur immer ein mieser Diktator, der sich am Schmerz und den Tränen anderer erfreute. Also … eigentlich erfreute er sich immer daran, aber er hatte auch andere Hobbies. So, wie heute, hatte er beschlossen einen gemütlichen Abend mit Kee zu verbringen. Nächstes Mal würde er vielleicht den <!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=123" id="tag-16" class="tag" title="Rhett Kavanagh" data-uid="123">Flattermann </a>
<!-- end: charactertagger_tag_link -->ebenfalls dazu einladen, aber heute wollte er sich lieber mit dem unterwürfigen Wolf unterhalten und schauen, ob dieser vielleicht noch ein wenig was aufzuarbeiten hatte. <br />
<br />
Morgan hatte nicht so recht im Sinn, ob es der erste Feldeinsatz des Unterwürfigen gewesen war, oder ob er sich bereits die Hörner abgestoßen hatte, doch es war sein erster Einsatz mit Morgan gewesen und auch wenn er in den Tagen nach seiner Ankunft einiges zu erledigen gehabt hatte, so hatte er es doch nicht vergessen. <br />
<br />
Also stand er schließlich vollbelanden vor Kees Tür und ließ seine Fußspitze einige Male gegen die solide Tür poltern, sodass es sich drinnen anhören musste, als würde man gewaltsam versuchen, sie aufzubrechen. <br />
<br />
<ina> “Mach auf Keenan. Ich bringe Geschenke!”</ina><br />
<br />
Sie würden Pizza essen, Bier trinken, sich ein Spiel anschauen. Irgendeins. Es war nicht wichtig, welches lief. Man brauchte nur irgendetwas, das im Hintergrund blabberte, damit man kurzzeitig so tun konnte, man wäre ganz gefesselt, obwohl man gerade die Gedanken sortierte. Oder sie würden es wirklich schauen und die Zeit genießen. <br />
<br />
So oder so. Morgan war auf alles vorbereitet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Pizzaschachtel, getoppt mit einer Box glasierter Donuts, zwei extraheißen Apfeltaschen und zwei Portionen Süßkartoffelfritten, balancierend und in der anderen Hand einen Sechserträger Bier tragend, ging Morgan mit einem breiten Grinsen durch die Hallen der Höhle und allein dieses perfide, leicht süffisante Grinsen reichte dem ein oder anderen bereits aus, um den Blickkontakt mit ihm zu vermeiden oder auf den Fersen Kehrt zu machen und sich schnellstmöglich in die entgegengesetzte Richtung zu verpissen. Selbst, wenn sie gerade erst aus dieser gekommen waren. <br />
<br />
Frech, wenn man ihn fragte, denn er war nicht nur immer ein mieser Diktator, der sich am Schmerz und den Tränen anderer erfreute. Also … eigentlich erfreute er sich immer daran, aber er hatte auch andere Hobbies. So, wie heute, hatte er beschlossen einen gemütlichen Abend mit Kee zu verbringen. Nächstes Mal würde er vielleicht den <!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=123" id="tag-16" class="tag" title="Rhett Kavanagh" data-uid="123">Flattermann </a>
<!-- end: charactertagger_tag_link -->ebenfalls dazu einladen, aber heute wollte er sich lieber mit dem unterwürfigen Wolf unterhalten und schauen, ob dieser vielleicht noch ein wenig was aufzuarbeiten hatte. <br />
<br />
Morgan hatte nicht so recht im Sinn, ob es der erste Feldeinsatz des Unterwürfigen gewesen war, oder ob er sich bereits die Hörner abgestoßen hatte, doch es war sein erster Einsatz mit Morgan gewesen und auch wenn er in den Tagen nach seiner Ankunft einiges zu erledigen gehabt hatte, so hatte er es doch nicht vergessen. <br />
<br />
Also stand er schließlich vollbelanden vor Kees Tür und ließ seine Fußspitze einige Male gegen die solide Tür poltern, sodass es sich drinnen anhören musste, als würde man gewaltsam versuchen, sie aufzubrechen. <br />
<br />
<ina> “Mach auf Keenan. Ich bringe Geschenke!”</ina><br />
<br />
Sie würden Pizza essen, Bier trinken, sich ein Spiel anschauen. Irgendeins. Es war nicht wichtig, welches lief. Man brauchte nur irgendetwas, das im Hintergrund blabberte, damit man kurzzeitig so tun konnte, man wäre ganz gefesselt, obwohl man gerade die Gedanken sortierte. Oder sie würden es wirklich schauen und die Zeit genießen. <br />
<br />
So oder so. Morgan war auf alles vorbereitet.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[welcome to the dog house. help yourself to our chew toys]]></title>
			<link>https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=568</link>
			<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 22:49:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.test.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=121">Kieran Darcy</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=568</guid>
			<description><![CDATA[<i>If you got Jack in your cup, go raise it up</i><br />
<br />
Kieran hatte die Kopfhörer bereits vor einer Stunde abgelegt, doch die Musik schallerte so klar und lebendig durch seinen Kopf, als würde hinter ihm eine Liveband spielen. Sein Gang war federnd, während er die Füße im Takt des Beats aufsetzte, den nur er hören konnte. In seinem Kopf! Das war nicht einfach nur ein Ohrwurm, das war ein telepathisches Radio in seinem Hirn. Vielleicht hatte er ja mediale Superkräfte… oder einen Bluetoothempfänger im Schädel.<br />
<br />
<i>If you ain’t got enough, go fill it up</i><br />
<br />
Eine sachter Luftzug strich über seine Haut. Das Belüftungssystem der Höhle war so gut, dass man selbst in den tiefsten Gängen noch spürte, wenn draußen der Wind wehte. Nicht so sehr, dass es einem die Frisur durcheinander brachte, aber dennoch so, dass man fühlte, wie sich die frische Luft ihren Weg durch die Gänge bahnte.<br />
<br />
Kieran trug eine einfache, tiefsitzende Jeans und bequeme Turnschuhe. Dazu ein beigefarbenes T-Shirt das mit Sicherheit schon bessere Tage erlebt hatte, offensichtlich aber pfleglich behandelt wurde. Allein die Tatsache, dass er dieses Shirt nicht längst als Sport- oder Schlafbekleidung aussortiert hatte, verriet einem wissenden Rudelmitglied, dass er es sehr schätzte. Es stammte – und auch das war unter Rudelmitgliedern kein Geheimnis – aus seiner mittlerweile bemerkenswerten Kollektion aus Fotomotiv-Shirts. Schnappschüsse aus dem Leben des Rudels auf T-Shirts bedruckt. – Gab es überhaupt etwas Besseres? Und dieses Exemplar gehörte zu seinen Lieblingen, denn es zeigte seinen Lieblingsmenschen: Ruben, sein Rübli, mit einer Gabel in der Hand, mit der er soeben ein riesiges Stück einer ausgeblichenen Geburtstagstorte zum weit aufgerissenen Mund führte. Das Bild war nicht unbedingt schmeichelhaft, aber ehrlich. Und für Kieran war der Soldat so oder so die allerschönste Person der Welt (no homo), ganz gleich wie verrückt sein Blick war, während er mit leicht schielenden Augen auf den Kuchen starrte. <br />
<br />
<b>„If you had too much, don't throw it up“</b><br />
<br />
Inzwischen sang Kieran die Zielen leise und deutlich schräger, als sie in seinem Kopf erklangen. Was an sich schon eine Leistung war, denn besagte Zeile hatte nicht einmal einen wirklichen Melodiebogen. Inzwischen hatte er das Zentrum des östlichen Sektors erreicht. Seine Hand hob sich zum Gruß, als bekannte Gesichter seinen Weg kreuzten. Mit einem <b>„Yo, was geht?“</b> klatschte er im Vorbeigehen einen Jugendlichen ab, der offensichtlich gerade vom Training kam, ehe er um die Ecke bog und den Gang zu den Unterkünften betrat.<br />
<br />
<b>„And if you ain't got shit, throw your hands–“</b> <br />
<br />
Kieran verstummte, als er die Person fand, nach der er gesucht hatte. Es war wirklich nicht schwierig gewesen, Kenjiro ausfindig zu machen. Ganz einfach, weil er die einzige Person im Rudel war, die Kieran nicht kannte. Noch nicht. Ebenso war seine Witterung unbekannt, sodass der Soldat sich nicht einmal die Zimmernummer hatte merken müssen. Er war einfach seiner Nase gefolgt und hätte auf diese Weise auch die richtige Tür gefunden, wäre der Gesuchte ihm nicht zufällig zuvorgekommen.<br />
<br />
<b>„Ey, Kenjiro,</b> rief Kieran mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er den Jungen schon tausendmal begrüßt. Für ihn war es natürlich einfach. Aber er vergaß auch nicht, dass es auf der Gegenseite vermutlich ganz anders aussah. Kenjiro war wann in die Höhle gezogen? Gestern? <b>„Ich bin Kieran. Ich führ dich heute mal ein wenig herum.“</b><br />
<br />
Im Näherkommen betrachtete er den Asiaten. Ohne ihm das Gefühl zu geben, ihn anzustarren, analysierte sein Wolf in Sekundenbruchteilen, was er sah: Einen jungen Gestaltwandler, der eigentlich an der Schwelle des Erwachsenwerdens kratzen sollte, jedoch als Rekrut zu ihnen gekommen war. Er strahlte eine gewisse Dominanz aus und doch war da etwas an ihm, das noch nicht ganz rund wirkte. Ein Schnitt in der Luft, die ihn umgab, der Kierans Tier aufmerksam werden ließ. Wie er gehört hatte, hatte Kenjiro bisher kaum Erfahrung mit anderen Gestaltwandlern gesammelt, geschweige denn mit einem Rudel. In den Augen des Soldaten war CrescentProwler der beste Ort, um das nachzuholen. Doch ein dominanter Gestaltwandler, der in diesem Alter erst seine Rekrutenzeit startete, bot ein nicht zu unterschätzendes Potential für Konflikte. Es würde jedenfalls nicht langweilig mit ihm werden.<br />
<br />
Inzwischen hatte Kieran die kurze Distanz zwischen ihnen überbrückt. Sein Blick war offen, während ein schelmisches Grinsen seine Lippen umspielte.<br />
<b>„Was geht? Welcome to the hood, baby!“</b><br />
Er hob seine, zu einer lockeren Faust geschlossene, rechte Hand und streckte sie dem Neuling entgegen. Körperkontakt unter Gestaltwandlern war keine Selbstverständlichkeit. Nicht einmal, wenn es um eine flüchtige Berührung ging. Aber sie waren jetzt ein Rudel und mal ehrlich: Eine Brofist konnte doch niemand ausschlagen, oder?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>If you got Jack in your cup, go raise it up</i><br />
<br />
Kieran hatte die Kopfhörer bereits vor einer Stunde abgelegt, doch die Musik schallerte so klar und lebendig durch seinen Kopf, als würde hinter ihm eine Liveband spielen. Sein Gang war federnd, während er die Füße im Takt des Beats aufsetzte, den nur er hören konnte. In seinem Kopf! Das war nicht einfach nur ein Ohrwurm, das war ein telepathisches Radio in seinem Hirn. Vielleicht hatte er ja mediale Superkräfte… oder einen Bluetoothempfänger im Schädel.<br />
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<i>If you ain’t got enough, go fill it up</i><br />
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Eine sachter Luftzug strich über seine Haut. Das Belüftungssystem der Höhle war so gut, dass man selbst in den tiefsten Gängen noch spürte, wenn draußen der Wind wehte. Nicht so sehr, dass es einem die Frisur durcheinander brachte, aber dennoch so, dass man fühlte, wie sich die frische Luft ihren Weg durch die Gänge bahnte.<br />
<br />
Kieran trug eine einfache, tiefsitzende Jeans und bequeme Turnschuhe. Dazu ein beigefarbenes T-Shirt das mit Sicherheit schon bessere Tage erlebt hatte, offensichtlich aber pfleglich behandelt wurde. Allein die Tatsache, dass er dieses Shirt nicht längst als Sport- oder Schlafbekleidung aussortiert hatte, verriet einem wissenden Rudelmitglied, dass er es sehr schätzte. Es stammte – und auch das war unter Rudelmitgliedern kein Geheimnis – aus seiner mittlerweile bemerkenswerten Kollektion aus Fotomotiv-Shirts. Schnappschüsse aus dem Leben des Rudels auf T-Shirts bedruckt. – Gab es überhaupt etwas Besseres? Und dieses Exemplar gehörte zu seinen Lieblingen, denn es zeigte seinen Lieblingsmenschen: Ruben, sein Rübli, mit einer Gabel in der Hand, mit der er soeben ein riesiges Stück einer ausgeblichenen Geburtstagstorte zum weit aufgerissenen Mund führte. Das Bild war nicht unbedingt schmeichelhaft, aber ehrlich. Und für Kieran war der Soldat so oder so die allerschönste Person der Welt (no homo), ganz gleich wie verrückt sein Blick war, während er mit leicht schielenden Augen auf den Kuchen starrte. <br />
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<b>„If you had too much, don't throw it up“</b><br />
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Inzwischen sang Kieran die Zielen leise und deutlich schräger, als sie in seinem Kopf erklangen. Was an sich schon eine Leistung war, denn besagte Zeile hatte nicht einmal einen wirklichen Melodiebogen. Inzwischen hatte er das Zentrum des östlichen Sektors erreicht. Seine Hand hob sich zum Gruß, als bekannte Gesichter seinen Weg kreuzten. Mit einem <b>„Yo, was geht?“</b> klatschte er im Vorbeigehen einen Jugendlichen ab, der offensichtlich gerade vom Training kam, ehe er um die Ecke bog und den Gang zu den Unterkünften betrat.<br />
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<b>„And if you ain't got shit, throw your hands–“</b> <br />
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Kieran verstummte, als er die Person fand, nach der er gesucht hatte. Es war wirklich nicht schwierig gewesen, Kenjiro ausfindig zu machen. Ganz einfach, weil er die einzige Person im Rudel war, die Kieran nicht kannte. Noch nicht. Ebenso war seine Witterung unbekannt, sodass der Soldat sich nicht einmal die Zimmernummer hatte merken müssen. Er war einfach seiner Nase gefolgt und hätte auf diese Weise auch die richtige Tür gefunden, wäre der Gesuchte ihm nicht zufällig zuvorgekommen.<br />
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<b>„Ey, Kenjiro,</b> rief Kieran mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er den Jungen schon tausendmal begrüßt. Für ihn war es natürlich einfach. Aber er vergaß auch nicht, dass es auf der Gegenseite vermutlich ganz anders aussah. Kenjiro war wann in die Höhle gezogen? Gestern? <b>„Ich bin Kieran. Ich führ dich heute mal ein wenig herum.“</b><br />
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Im Näherkommen betrachtete er den Asiaten. Ohne ihm das Gefühl zu geben, ihn anzustarren, analysierte sein Wolf in Sekundenbruchteilen, was er sah: Einen jungen Gestaltwandler, der eigentlich an der Schwelle des Erwachsenwerdens kratzen sollte, jedoch als Rekrut zu ihnen gekommen war. Er strahlte eine gewisse Dominanz aus und doch war da etwas an ihm, das noch nicht ganz rund wirkte. Ein Schnitt in der Luft, die ihn umgab, der Kierans Tier aufmerksam werden ließ. Wie er gehört hatte, hatte Kenjiro bisher kaum Erfahrung mit anderen Gestaltwandlern gesammelt, geschweige denn mit einem Rudel. In den Augen des Soldaten war CrescentProwler der beste Ort, um das nachzuholen. Doch ein dominanter Gestaltwandler, der in diesem Alter erst seine Rekrutenzeit startete, bot ein nicht zu unterschätzendes Potential für Konflikte. Es würde jedenfalls nicht langweilig mit ihm werden.<br />
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Inzwischen hatte Kieran die kurze Distanz zwischen ihnen überbrückt. Sein Blick war offen, während ein schelmisches Grinsen seine Lippen umspielte.<br />
<b>„Was geht? Welcome to the hood, baby!“</b><br />
Er hob seine, zu einer lockeren Faust geschlossene, rechte Hand und streckte sie dem Neuling entgegen. Körperkontakt unter Gestaltwandlern war keine Selbstverständlichkeit. Nicht einmal, wenn es um eine flüchtige Berührung ging. Aber sie waren jetzt ein Rudel und mal ehrlich: Eine Brofist konnte doch niemand ausschlagen, oder?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[If I had a chance I'd ask the world to dance]]></title>
			<link>https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=537</link>
			<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 11:48:07 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.test.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=123">Rhett Kavanagh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.test.stories-untold.de/showthread.php?tid=537</guid>
			<description><![CDATA[<center><div style="width: 550px; margin-top: 50px;"><div style="text-align: center;"><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Mrs+Saint+Delafield' rel='stylesheet' type='text/css'><div align="right"><font style="font-family: 'Mrs Saint Delafield', cursive; font-size: 55px; text-transform: text-transform: letter-spacing: 2px; line-height: 25px; font-style:;"> If I had a chance</font></div></div><div style="width: 550px; border-bottom: 3px solid #A4A4A4;"></div><div align="justify"><font style="font-family: Calibri; font-size: 10px; text-transform: uppercase; letter-spacing: 1px; line-height: 10px; blockquote;"> I'd ask the world to dance </font><br><div align="right"><font style="font-family: Calibri; font-size: 12px; text-transform: uppercase; letter-spacing: 1px; line-height: 10px; align: blockquote;"><br>Rhett & Madeline - <a href="https://cdn01.justjared.com/wp-content/uploads/2017/06/hunnam-wave/charlie-hunnam-fan-friendly-26.jpg" target=”blank”><u>OUTFIT</u></a></div></div></div></font></center><br />
<br />
<br />
<center><a href="https://www.youtube.com/watch?v=VdphvuyaV_I" target="_blank">BILLI IDOL - REBELL YELL</a></center><br />
<br />
<br />
Aus den Lautsprechern in seinen Ohren dröhnte der Beat eines alten, fast vergessenen Songs und fraß sich wie ein Parasit in seinen Verstand. Billy Idol grölte ihm mit rauchiger Stimme das Trommelfell weg und sang von einem Mädchen, das er um Mitternacht flachlegte. Der Wischmob in seinen Händen wurde zum Mikrofon, in das er nun voller Inbrunst mit Billy um die Wette sang. <jin>”Because in the midnight hour she cried more, more, more…”</jin> Dabei tanzte er wild im Takt der Musik und benutzte den armseligen Mob zeitgleich als Pole Dance Stange, um die er sich mit galantem Hüftschwung bewegte – immerhin zeigte der Hula Hoop Reifen langsam Wirkung.<br />
<br />
Neben ihm am Boden lungerte der Eimer voll mit Wischwasser und schien keine Ahnung zu haben, wie er in dieses Fiasko geraten konnte. Traurig verpufften ein paar Schaumfetzen ungesehen am Rand des Eimers, der keine Beachtung mehr erhielt. An den Wänden ruhten fast schon steif die Waffen in ihren Halterungen. Sturmgewehre, Sniper, Pistolen – wie Zinnsoldaten, die keinen Schimmer davon hatten, was der Kerl da in der Mitte des Raumes trieb. Hinter Gittern, sicher verschlossen, um vor unbefugtem Zugriff zu schützen, erinnerten sie an lausige Karikaturen, die man zur Strafe in die Ecke gestellt hatte. Auf dem Tisch hinter ihm langweilte sich noch eine Flasche Waffenöl und ein alter, versiffter Lappen, den er vorhin noch benutzt und jetzt vergessen hatte. Nun staunte die Flasche über die Moves, die er zum Besten gab, denn seine Lieblingsstelle kam noch! <br />
<br />
Die letzten Wochen hatten ihm zugesetzt. Jede Faser seines Körpers schmerzte – dank Morgan! Aber das war ihm jetzt gerade egal. Denn aus irgendeinem Grund hatte er letzte Nacht zum ersten Mal richtig geschlafen. Und obwohl er irgendwie aus dem Wisch-Putz-und Aufräumdienst nicht herausfand und er eigentlich angepisst sein sollte, war er voll mit Adrenalin und guter Laune. Billy Idol hatte seinen Anteil daran und Rhett zollte dem Sänger ungeniert den verdienten Tribut.<br />
<br />
Als das Gitarrensolo einsetzte, sprang er auf den Tisch, der empört die Flucht ergriff und einige Zentimeter über den Boden rutschte. Die Ölflasche flog in hohem Bogen auf den Boden und ergoss sich mit geplatztem Verschluss in einer vorwurfsvollen schwarzen Lache. Nur der Lappen weigerte sich faul, mitzumachen. Das beeindruckte Rhett aber nicht. Er ließ sich auf der Tischplatte auf die Knie fallen und missbrauchte den Mob als Gitarre. Mit fröhlich schmerzverzerrtem Gesicht folgte er dem Rhythmus des Songs, während aus dem Mob die letzten Wassertropfen schleuderten und sich über die Einrichtung verteilten. <jin>“Oh yay little angel“</jin> Er war vollkommen in Stage und sah seinem imaginären Publikum dabei zu, wie es ihm zujubelte, ohne zu merken, dass jemand die Waffenkammer betrat. Wie lange sie da schon stand, war fraglich – er bekam rein gar nichts mit. <br />
<br />
Das Video zu diesem Song hatte Rhett schon eine Million Mal gesehen. Er kannte jede Geste, jeden Gesichtsausdruck des damaligen Rocksängers, der mit seiner blondierten Stachelfrisur ganze Hallen in Ohnmacht sang. Und so war jede seiner Bewegungen mit derselben Härte und demselben Ego ausgeführt, wie Billy es zelebrierte. Leder, Nietenhandschuhe, Tattoos… er feierte die Zeit, die schon so lange vorbei war. <br />
<br />
An seinem Gürtel hing das Handy, aus dem der Song dröhnte. Er schlitterte behände vom Tisch, stieß unbeabsichtigt den Eimer um, der wie ein Fußball durch den Raum rutschte, direkt vor ihre Füße. Dabei ergoss sich das gesamte Wischwasser über ihre Schuhe. <jin>“She cried more, more, more…“</jin>, schrie er in sein hölzernes Mikrofon, ehe er gegen jemanden stieß…<br />
<br />
Aus der Traum!<br />
<br />
Er hielt abrupt inne, zog sich ertappt einen Ohrstöpsel aus dem Ohr und sah sie verdutzt an. Sie sollte da überhaupt nicht stehen. Billy Idol krachte noch aus dem Minilautsprecher, so dass man jedes Wort von ihm hören konnte. <jin>“Ähm“</jin>, räusperte er sich und grinste, ehe sein Blick auf den getretenen Eimer fiel, der zu ihren Füßen lag. Ihm war, als würde der Eimer ihn anklagend betrachten. Rhett blickte wieder auf, rieb sich mit einer Hand entschuldigend den Nacken und sagte. <jin>“Ich hab dich nicht gesehen!“</jin> <br />
<br />
Das war dann doch mehr als offensichtlich und hätte diesen verbalen Zusatz nicht gebraucht, aber er hatte keine Ahnung, was er sonst sagen sollte. Er kniff die Lippen zusammen und deutete auf den klitschnassen Boden. <jin>“Du solltest aufpassen, ich hab grade gewischt…“</jin> Das traf es jetzt nicht im Ansatz. Der Eimer hatte mindestens fünf Liter gefasst, die nun den Boden heimsuchten und sich mit dem Waffenöl mischten, um etwas Versautes zu tun. Dabei fielen ihm ihre nassen Schuhe auf. Er biss sich auf die Lippe, um das Grinsen zu unterdrücken, das sich ihm aufdrängte. Jetzt merkte er auch, dass der Sound schon recht laut war und griff endlich nach dem Handy, um den Player auszustellen. <jin>“Sorry…“</jin>, rechtfertigte er sich halbherzig. <jin>“Ist Billy Idol. Den muss man laut hören!“</jin> Dann blickte er auf und ihm wurde bewusst, dass er dieses Mädchen noch nicht kannte. Das Stirnrunzeln auf seiner Stirn machte die Verwirrung deutlich. <jin>“Du bist…“</jin> Eine nachdenkliche Pause folgte <jin>“…wer?“</jin> In seinen Augen tanzte der Schalk. Er war der Neue. Er war also der Letzte, der irgendwelche Nachrichten oder Informationen erhielt, die ihn nicht direkt betrafen. Sie also nirgendwo einordnen zu können, war ihm demnach auch kein bisschen peinlich. Ebenso wenig wie das Chaos, das er angerichtet hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><div style="width: 550px; margin-top: 50px;"><div style="text-align: center;"><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Mrs+Saint+Delafield' rel='stylesheet' type='text/css'><div align="right"><font style="font-family: 'Mrs Saint Delafield', cursive; font-size: 55px; text-transform: text-transform: letter-spacing: 2px; line-height: 25px; font-style:;"> If I had a chance</font></div></div><div style="width: 550px; border-bottom: 3px solid #A4A4A4;"></div><div align="justify"><font style="font-family: Calibri; font-size: 10px; text-transform: uppercase; letter-spacing: 1px; line-height: 10px; blockquote;"> I'd ask the world to dance </font><br><div align="right"><font style="font-family: Calibri; font-size: 12px; text-transform: uppercase; letter-spacing: 1px; line-height: 10px; align: blockquote;"><br>Rhett & Madeline - <a href="https://cdn01.justjared.com/wp-content/uploads/2017/06/hunnam-wave/charlie-hunnam-fan-friendly-26.jpg" target=”blank”><u>OUTFIT</u></a></div></div></div></font></center><br />
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<center><a href="https://www.youtube.com/watch?v=VdphvuyaV_I" target="_blank">BILLI IDOL - REBELL YELL</a></center><br />
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Aus den Lautsprechern in seinen Ohren dröhnte der Beat eines alten, fast vergessenen Songs und fraß sich wie ein Parasit in seinen Verstand. Billy Idol grölte ihm mit rauchiger Stimme das Trommelfell weg und sang von einem Mädchen, das er um Mitternacht flachlegte. Der Wischmob in seinen Händen wurde zum Mikrofon, in das er nun voller Inbrunst mit Billy um die Wette sang. <jin>”Because in the midnight hour she cried more, more, more…”</jin> Dabei tanzte er wild im Takt der Musik und benutzte den armseligen Mob zeitgleich als Pole Dance Stange, um die er sich mit galantem Hüftschwung bewegte – immerhin zeigte der Hula Hoop Reifen langsam Wirkung.<br />
<br />
Neben ihm am Boden lungerte der Eimer voll mit Wischwasser und schien keine Ahnung zu haben, wie er in dieses Fiasko geraten konnte. Traurig verpufften ein paar Schaumfetzen ungesehen am Rand des Eimers, der keine Beachtung mehr erhielt. An den Wänden ruhten fast schon steif die Waffen in ihren Halterungen. Sturmgewehre, Sniper, Pistolen – wie Zinnsoldaten, die keinen Schimmer davon hatten, was der Kerl da in der Mitte des Raumes trieb. Hinter Gittern, sicher verschlossen, um vor unbefugtem Zugriff zu schützen, erinnerten sie an lausige Karikaturen, die man zur Strafe in die Ecke gestellt hatte. Auf dem Tisch hinter ihm langweilte sich noch eine Flasche Waffenöl und ein alter, versiffter Lappen, den er vorhin noch benutzt und jetzt vergessen hatte. Nun staunte die Flasche über die Moves, die er zum Besten gab, denn seine Lieblingsstelle kam noch! <br />
<br />
Die letzten Wochen hatten ihm zugesetzt. Jede Faser seines Körpers schmerzte – dank Morgan! Aber das war ihm jetzt gerade egal. Denn aus irgendeinem Grund hatte er letzte Nacht zum ersten Mal richtig geschlafen. Und obwohl er irgendwie aus dem Wisch-Putz-und Aufräumdienst nicht herausfand und er eigentlich angepisst sein sollte, war er voll mit Adrenalin und guter Laune. Billy Idol hatte seinen Anteil daran und Rhett zollte dem Sänger ungeniert den verdienten Tribut.<br />
<br />
Als das Gitarrensolo einsetzte, sprang er auf den Tisch, der empört die Flucht ergriff und einige Zentimeter über den Boden rutschte. Die Ölflasche flog in hohem Bogen auf den Boden und ergoss sich mit geplatztem Verschluss in einer vorwurfsvollen schwarzen Lache. Nur der Lappen weigerte sich faul, mitzumachen. Das beeindruckte Rhett aber nicht. Er ließ sich auf der Tischplatte auf die Knie fallen und missbrauchte den Mob als Gitarre. Mit fröhlich schmerzverzerrtem Gesicht folgte er dem Rhythmus des Songs, während aus dem Mob die letzten Wassertropfen schleuderten und sich über die Einrichtung verteilten. <jin>“Oh yay little angel“</jin> Er war vollkommen in Stage und sah seinem imaginären Publikum dabei zu, wie es ihm zujubelte, ohne zu merken, dass jemand die Waffenkammer betrat. Wie lange sie da schon stand, war fraglich – er bekam rein gar nichts mit. <br />
<br />
Das Video zu diesem Song hatte Rhett schon eine Million Mal gesehen. Er kannte jede Geste, jeden Gesichtsausdruck des damaligen Rocksängers, der mit seiner blondierten Stachelfrisur ganze Hallen in Ohnmacht sang. Und so war jede seiner Bewegungen mit derselben Härte und demselben Ego ausgeführt, wie Billy es zelebrierte. Leder, Nietenhandschuhe, Tattoos… er feierte die Zeit, die schon so lange vorbei war. <br />
<br />
An seinem Gürtel hing das Handy, aus dem der Song dröhnte. Er schlitterte behände vom Tisch, stieß unbeabsichtigt den Eimer um, der wie ein Fußball durch den Raum rutschte, direkt vor ihre Füße. Dabei ergoss sich das gesamte Wischwasser über ihre Schuhe. <jin>“She cried more, more, more…“</jin>, schrie er in sein hölzernes Mikrofon, ehe er gegen jemanden stieß…<br />
<br />
Aus der Traum!<br />
<br />
Er hielt abrupt inne, zog sich ertappt einen Ohrstöpsel aus dem Ohr und sah sie verdutzt an. Sie sollte da überhaupt nicht stehen. Billy Idol krachte noch aus dem Minilautsprecher, so dass man jedes Wort von ihm hören konnte. <jin>“Ähm“</jin>, räusperte er sich und grinste, ehe sein Blick auf den getretenen Eimer fiel, der zu ihren Füßen lag. Ihm war, als würde der Eimer ihn anklagend betrachten. Rhett blickte wieder auf, rieb sich mit einer Hand entschuldigend den Nacken und sagte. <jin>“Ich hab dich nicht gesehen!“</jin> <br />
<br />
Das war dann doch mehr als offensichtlich und hätte diesen verbalen Zusatz nicht gebraucht, aber er hatte keine Ahnung, was er sonst sagen sollte. Er kniff die Lippen zusammen und deutete auf den klitschnassen Boden. <jin>“Du solltest aufpassen, ich hab grade gewischt…“</jin> Das traf es jetzt nicht im Ansatz. Der Eimer hatte mindestens fünf Liter gefasst, die nun den Boden heimsuchten und sich mit dem Waffenöl mischten, um etwas Versautes zu tun. Dabei fielen ihm ihre nassen Schuhe auf. Er biss sich auf die Lippe, um das Grinsen zu unterdrücken, das sich ihm aufdrängte. Jetzt merkte er auch, dass der Sound schon recht laut war und griff endlich nach dem Handy, um den Player auszustellen. <jin>“Sorry…“</jin>, rechtfertigte er sich halbherzig. <jin>“Ist Billy Idol. Den muss man laut hören!“</jin> Dann blickte er auf und ihm wurde bewusst, dass er dieses Mädchen noch nicht kannte. Das Stirnrunzeln auf seiner Stirn machte die Verwirrung deutlich. <jin>“Du bist…“</jin> Eine nachdenkliche Pause folgte <jin>“…wer?“</jin> In seinen Augen tanzte der Schalk. Er war der Neue. Er war also der Letzte, der irgendwelche Nachrichten oder Informationen erhielt, die ihn nicht direkt betrafen. Sie also nirgendwo einordnen zu können, war ihm demnach auch kein bisschen peinlich. Ebenso wenig wie das Chaos, das er angerichtet hatte.]]></content:encoded>
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